Mein Newsletter, der mich nun auch schon 15 Jahre begleitet, hat sich in dieser Zeit bis zur eigenen Personalie verselbständigt - wie auch sein stabiler Kompagnon, der Reklameblock, der (jetzt unter aktuell + live) die konkreten Informationen verwaltet: Immer öfter berichtete die (meistens) monatliche Publikation krazynews von unseren imaginären Redaktionsrunden im imaginären Elfenbeinturm.
Wer die Sache verfolgt hat, erinnert sich vielleicht, dass der Newsletter sich im social media- Kontext zunehmend deplatziert sah... Ehrensache also, ihm hier, im aufmerksamkeitsökonomischen Outback, was ganz Eigenes einzurichten.
... Sowas wie einen imaginären Kiosk, an dem seine monatlichen Ausgaben erhältlich wären, wie ggf. Extra-Blätter und andere Text-Publikationen außer der Reihe... So ein Büdchen wäre auch ein guter Treffpunkt, Ort der informellen Kommunikation, ein schöner Platz für Kommentar-Pinnwand, Trinkgeld-Dose und andere Verlinkungen... Der Reklameblock könnte dazwischen was singen. Also, dann: Fahne raus, Licht an -
Willkommen am Newsletter-Büdchen!
Hier gibt es:
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betr. kein Punk (krazynews 06/26)
Verehrtes Publikum, liebe Gemeinde, hi folks!
Der Juni kommt farbenfroh und in Feierlaune und möchte, dass alle mit ihm ihre Freude haben: Pride-Paraden, Prozessionen, Sonnenwende, Fußball-WM, Bachmannpreis, Badeseen, Biergärten, Festivals sind im Angebot – und nirgendwo muss mitmachen, wem es nicht behagt.
Ich gehe ja praktisch überall hin, wo man mich auf die Bühne lässt, und freue mich diesen Monat auf ein paar unterschiedliche Einsätze. Nicht nicht nur darf ich mit geschätzten Kollegen und Kolleginnen an besonderen Orten spielen, singen und begleiten, sondern erstmalig auch eine Veranstaltung co-moderieren – wo, wann und mit wem, verrät der Reklameblock.
Der Newsletter, der sich in Rage am wohlsten fühlt, hat dieser Tage einen schönen Anlass zur Aufregung gefunden: Einer der hierzulande reichsten und mächtigsten Vertreter konservativer Leitmedien, als Person bekannt für dick aufgetragene Schnöselhaftigkeit und libertär-herrenmenschelnde Positionen, zum Meme geworden mit den Worten „bitte nicht“, hat gerade ein Buch zu bewerben und plapperte jüngst in einem Interview davon, sich „in der Tradition des Punks“ zu sehen.
Was, so der Newsletter, schon als Formulierung gänzlich lachhaft sei, aber auch symptomatisch für seinesgleichen, derer es (von Gnaden des Kapitals) nicht viele gebe, die aber bei weitem nicht so originell seien, wie es ein solcher und dieser auf Krampf zur Schau trüge. Nörgelnde Spießer, die sich für Rebellen und Dissidenten hielten, gebe es mittlerweile massenhaft. Und dass ein hyperprivilegierter Lappen, nicht zufrieden mit Geld, Macht und Prominenz, ums Verrecken auch noch brillant sein wolle und cool rüberkommen müsse, sei auch nicht einmalig, sondern eher der übliche Verlauf.
High-Performer von maximaler Rücksichtslosigkeit, die selbstlos erscheinen, Diktatoren, die unbedingt geliebt werden wollten, Täter, die als Opfer ihrer Opfer hausieren gingen - dieser ganze ungesunde Eifer, sich genau anzumaßen, wovon man per Definition ausgeschlossen sei: In der megalomanischen Geisterbahn ergebe das sogar einen gewissen Sinn. Umso drastischer sei dann aber die Entgleisung in der Wirklichkeit...
Er, der Newsletter, wolle nun seinerseits nicht den Fehler machen, sich als Gatekeeper in Sachen Punk aufzuführen. Der vielfältig schillernde Begriff sprenge per Definition jeden Rahmen der Definition und sei eben weniger an Klasse, Kultur, Stil oder Überzeugung gebunden als an ein kreativ-subversives Verhalten zum jeweiligen Kontext. Eins ließe sich aber doch mit Sicherheit sagen: Dass ein elend reicher, viel zu mächtiger Leitmedien-Kasper, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Propagandamitteln versuche, sich interessant zu machen, in keiner „Tradition des Punks“ stehe, sondern nur seinen läppischen Ehrgeiz zur Schau stelle, der eben kein Punk sei und auch nicht durch Behauptung dazu werde.
Ich finde ja, dass die Newslettersche Einordnung hier noch moderat ausfällt und würde auch gerne mehr zu seiner Punk-Theorie erfahren – habe aber aus Termingründen strikt zu vermeiden, dass es wieder völlig ausufert, und inhaltlich keine Einwände, insofern: Einverstanden.
rein in den Sommer / Krazy
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DIE REKLAME:
06.06.26 Danny Dziuk Trio feat. Krazy @ Trotzburg Fest / Halle / 20:00 Uhr
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17.06. Lesung: Trude Herr und wie sie die Welt sah – von + mit Marina Barth / Musik: Krazy
Haus Eifgen / Wermelskirchen / 19:00 Uhr (Einlass)
https://www.wermelskirchen.de/kultur-freizeit/veranstaltungen/veranstaltungskalender
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18.06. Feierabend Liederbühne – Moderation: Simone Stahl + Krazy
Kleiner Schlossplatz / Stuttgart / 19:00 Uhr
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